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Austrian INSPIRE Registry

Hintergrund

Auf Basis der INSPIRE Direktive „Directive 2007/2/EC of the European Parliament and of the Council of 14 March 2007“ und deren Implementation Rules wird auf die Vorhaltung eines Codelisten Registers für die INSPIRE Implementierung auf nationaler Ebene hingewiesen. Die Software Komponente, die ein kontrolliertes Vokabular nach Regeln der ISO 19135 managen kann, wird als Registry bezeichnet. Für eine effiziente, persistente, nachvollziehbare und nachhaltige Implementierung von INSPIRE Diensten ist eine Vorhaltung von sogenannten Erweiterungen auf nationaler und regionaler Ebene von Codelisten über eine solche Software essentiell. Diese Bereitstellung wird technisch und inhaltlich über die Nationale Koordinierungsstelle für INSPIRE und der Fachgruppe registry:at gepflegt.

Die Austrian INSPIRE Registry basiert auf die, im Rahmen der Action 1.17 des ISA Programms (A Reusable INSPIRE Reference Platform) entwickelt Software Re3gistry, https://joinup.ec.europa.eu/solution/re3gistry.

Der Zugang erfolgt über folgenden Link: http://registry.inspire.gv.at

Die Austrian INSPIRE Registry enthält das österreichische Geodatenstellen Register, mit der der Auflistung der INSPIRE Daten- & Dienste Provider und Codelisten (http://registry.inspire.gv.at/codelist) wie „LISA Land Cover Class“, „Nature protection categories“, „Zone Type Code Austria Extension“, Specific Exposed Element Type for Austria“ sowie „Specific Hazard Type“, Stand April 2018.

Im Rahmen der INSPIRE Spezifikation wurde die Unterscheidung zwischen der Vorhaltung von Registern und Codelisten aufgrund einer übersichtlichen Gruppierung empfohlen. Codelisten umfassen die eindeutige semantische Ebene, des Vokabulars, zu den INSPIRE Datenmodellen. Register dienen der eindeutigen Zuordnung von Themen, Applikationsschemen, Namensräumen, etc.

Generelle Aufgabe von Registern und Registries

Governance Hiermit wird eine eindeutige Verantwortlichkeit zur Bereitstellung eines gemeinsamen kontrollierten Vokabulars definiert. Damit können Entstehung-, Einreichung- und Entscheidungsprozess nachvollziehbar über Jahre hinaus abgebildet werden. Diese Prozesskette ist gebunden an Gremien bzw. an Individuen.

Persistenz Mit dieser Funktionalität soll eine Dauerhaftigkeit eines Zuganges von digitalen Objekten logisch (Versionierung) gewährleistet werden. Dieser Zugang erfolgt über Identifikatoren, die dann als PID (persistent identifier) gekennzeichnet werden. Uniform Resource Name (URN), Persistent Uniform Resource Locator (PURL) oder Digital Object Identifier (DOI) zeigen einen Ausschnitt an webbasierten PID’s.

Veröffentlichung Mit einer Regisrty wird ein gemeinsames, erstelltes Vokabular aufgelistet und der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Damit ergibt sich grundlegend die Möglichkeit auf bereits bestehende Überlegungen und Ergebnisse zurückzugreifen und diese ggf. qualitativ als auch quantitativ zu verbessern ohne Redundanzen erzeugen zu müssen.

Semantik und Vergleichbarkeit Es gibt eine enorme Vielfalt an Klassifizierungen, Terminologien, hierarchisch strukturierte Taxononmien, etc. Dennoch definiert das Paradigma zum kontrollierten Vokabular eine eindeutige Verbindung von einem Begriff, einer dazugehörigen Definition und Meatinformationen wie Version, Status, Verantwortlichkeit. Mit dieser Festlegung lassen sich Begriffe und deren Bedeutung als gemeinsame Semantik auf ein gemeinsames Verständnis bringen und eindeutiger vergleichen. Damit kann das je nach Fachdomäne implizierte Wissen besser verstanden und implementiert werden.

Effizienz gegenüber Informationsverlust Das durch die EU Mitgliedsstaaten abgestimmte INSPIRE Vokabular regelt die Verwendung des Vokabulars auf europäischer Ebene und spiegelt somit häufig auch nur den größten gemeinsamen Nenner wider. Jedoch besteht die ausdrückliche Möglichkeit dieses Vokabular nach den regionalen Bedürfnissen, bzw. originalen Dateninhalte zu erweitern. Mit dieser potentiellen Erweiterung von Codelisten kann ein befürchteter Informationsverlust im Zuge einer Harmonisierung abgemindert werden. Die Erweiterung sollte den Empfehlungen der INSPIRE IR, als auch Datenspezifikationen folgen.

Historie und Versionierung Jeder Begriff, Codelistenwert in der Registry (gekoppelt mit Definition, Meatinformationen und einem persistenten Identifier) unterliegt einer strengen Versionskontrolle. Jede Änderung ob nun orthografische Korrektur, Änderung der Definition oder des Status wird mit einer Historie abgebildet. Eine neue Version ist damit aber nicht zwangsläufig. Zur Vergabe einer neuen Versionsnummer sind folgende Kriterien definiert worden.

Bereitstellung von Formaten Die Inhalte der Registry werden in einer Datenbank gehalten. Um die Anwendbarkeit des Vokabulars in Richtung End User bzw. Maschinenlesbarkeit zu gewährleisten werden unterschiedlichste Formate wie XML, CSV oder RDF über die Software bereitgestellt.

Inhalt und Nutzen des österreichischen Geodatenstellen Registers

Das Geodatenstellenregister in der Austrian INSPIRE Registry beinhaltet alle öffentliche und nichtöffentliche Institution, Organisationen, die als aktive als auch potentielle Bereitsteller zu INSPIRE Themen relevante Daten und Services veröffentlichen.

Jede Geodatenstelle hat eine vierstellige Nummer als Bezeichner, z.B. 0051. Zusammen mit dem Bezeichner, auch Label, und dem Register Prefix wird der eindeutige Identifierer als urn deklariert. Der offizielle Name der Geodatenstelle, inklusive Akronym und Adressdaten sind in der Definition abgebildet.

Falls eine Geodatenstelle eine Übergeordnete Institution angeordnet ist, hat diese auch ein „übergeordnetes Konzept.Beispiel 0038 ZAMG als nachgeordnete Dienststelle des BMBWF 0051 ist dann mit dem Übergeordneten Konzept 0551 belegt.

Ein wichtiges Element stellt hier der Status dar. Mit valid, retired, etc. lasst sich hier die Gültigkeit ablesen, http://inspire.ec.europa.eu/registry/status/:

  • valid (Gültig): Das Element wurde akzeptiert, kann verwendet werden und ist nicht zurückgezogen oder ersetzt worden.
  • retired (Zurückgezogen):Es ist entschieden worden, dass das Element nicht mehr verwendet werden sollte. Es wurde nicht durch ein anderes Element ersetzt.
  • superseded (Ersetzt): Das Element ist durch ein anderes Element ersetzt worden und sollte nicht mehr verwendet werden.
  • submitted (Eingereicht): Das Element wurde zum Register hinzugefügt, aber das Kontrollgremium hat dem Vorschlag noch nicht zugestimmt.
  • invalid (Ungültig): Es ist entschieden worden, dass ein zuvor gültiges Element einen substantiellen Fehler enthält und es daher ungültig ist. Normalerweise sollte es durch ein korrigiertes Element ersetzt worden sein.

Grundsätzliches und Festlegungen der Nationalen Koordinierungsstelle (NKS)

Generell können Codelisten / Vokabular Ergänzungen über die vorgegebenen Werte der EU INSPIRE Registry hinaus nur über nationale Register erfasst werden. Seitens NKS wurde die implementierete Austrian INSPIRE Registry als nationale Registry festgelegt (kein Federeded System aus mehreren Einzel-Registrys).

Zuständigkeiten im Bereich der Test Registry AT

  • Submitter (Geodatenstelle, die Daten harmonisiert und den Bedarf zur nationalen Erweiterung der Codelisten hat)
  • Kontaktpunkt INSPIRE.AT CodelistenRegister und Register für Metadaten Schemen:
    Christine Brendle (christine.brendle@umweltbundesamt.at, UBA),
    Stv. Erik Obersteiner (erik.obersteiner@umweltbundesamt.at, UBA)
  • Kontaktpunkt INSPIRE.AT Geodatenstellen Namensraum Register:
    Manuel Illmeyer (manuel.illmeyer@lfrz.gv.at, LFRZ),
    Stv. Vera Galla (vera.galla@lfrz.gv.at, LFRZ)
  • Register Manager: Chris Schubert (chris.schubert@ccca.ac.at, CCCA),
    Assistenz: Christine Brendle (UBA); Freischaltung übermittelter Registerlisten
  • Register AT Kontrollgremium:
    • Aufgaben: Klärung von Grundfragen, Abstimmung mit der NKS
    • Leitung: Fahrner (BMNT)
    • Mitglieder: Dürauer (Wien), Grillmayer (UBA), Jobst (BEV), Obersteiner (UBA), Brendle (UBA)

Ablaufstruktur/kette zur Übermittlung von Einträgen in die Registry

Submitter (Geodatenstelle übermittelt Wunsch zur Codelisten Erweiterung in der nat. Registry) → Kontaktpunkt (führt fachliche Checks durch, übermittelt Listenergänzungen) → RegisterManager (lädt ergänzte Tabellen auf den Register Server hoch)

Zu registrierende Inhalte:

  • Geodatenstellenregister plus Namensraum
  • Codelisten Register
  • Monitoring über ein Register
  • Schemaerweiterungen für Datenharmonisierung
  • Transformations- und Datenkoordinationssystem Register

Umfrage des JRC zur Registry Software

Das JRC startete im Zuge der INSPIRE Conference eine Umfrage zur Registry Software „Re3gistry“. Diese wird über die NKS verwendet: für die http://registry.inspire.gv.at/registry

Ein konstruktives Feedback hat somit auch Auswirkung auf eine verbesserte Funktionalität der österreichischen INSPIRE Registry.

Zur Umfrage: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/Re3gistrySurvey

RoR Register Federation

Die MIG-T Arbeitsgruppe MIWP 6 Registry konnte Ergebnisse zu den konzeptionellen Arbeiten an einer Registry Federation abschliessen. Als Ergebniss steht in Kürze die „Technical Guidelines & Best Practices for INSPIRE registers and registries“ zur Verfügung. Diese Fassung wird der MIG-P zur finalen Abstimmung vorgelegt.
Das JRC stellt einen Service im Rahmen einer Testphase dafür bereit http://inspire-regadmin.jrc.ec.europa.eu/ror/index.jsp?type=registries. Österreich (Registry.at) beteiligte sich neben Spanien mit Use Cases aus dem UBA (land cover) und der GBA (lithology), und konnte somit die Funktionalität des Federation Konzeptes nachweisen. Der GBA Use Case wird demnaechst durch Erweiterungen komplettiert. Fragen und weitere Vorschlaege nehmen wir gerne auf.

registryat.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/05 08:38 von chris.schubert